Freitag, 29. August 2014

Nachwirkender Service



INHALT

Wie sich aus einem einfachen Job während der Bereitschaft eine große Leidenschaft entwickeln kann, erlebt Max Zauber mit einigem Staunen. Ob die Rollen zwischen ihm und dieser starken und äußerst attraktiven Frau bis zum Schluss noch gewechselt werden?
© 2013 Bolle 


KAPITEL 1

Max mochte die Bereitschaft nicht. Eine ganze Woche, in der er sich zu Hause festgenagelt fühlte. Und wenn er dann doch einmal ausging, hatte er ständig ein schlechtes Gewissen. Und wenn sie ihn dann doch riefen, musste er sich Vorhaltungen anhören. Seiner Erfahrung nach traten Störungen immer genau dann auf, wenn er gerade eingeschlafen war. Nur in solchen Zeiten kamen die Jungs, um mit ihm während der Woche einen drauf zu machen. Und nur in solchen Wochen gab es in den Clubs Frauen, wie die, die sich nun unter ihm wandte. Er hatte sie schon auf der Tanzfläche gesehen, hatte ihre Bewegungen beobachtet, die für ihn pure Erotik waren. Anmutig und doch leidenschaftlich. Sie tanzte allein, ignorierte alles um sich herum. Ihre Augen waren dabei geschlossen. Irgendwann stand er eher zufällig neben ihr an der Bar und sprach sie an. Als sie ihn mit ihren blauen Augen ansah, wusste er, was noch passieren würde. Die Frau, die noch keine Namen hatte, wusste es auch. Das Kennenlernen war deshalb kurz und die Übereinstimmung groß.

Sie verließen den Club nicht lang nach dem ersten Wort. Max freute sich auf die kommenden Stunden. Ihre langen Beine waren wunderbar, der schlanke Körper mit den kleinen runden Brüsten wackelte auf schwarzen High Heels und in ein gleichfarbiges Minikleid gehüllt vor ihm die Straße entlang und legte Wert darauf, den runden Hintern möglichst formvollendet kreisen zu lassen. Selbstverständlich hatte Max nichts getrunken, so dass sie den Kampf um das Taxi umgehen und mit seinem Auto zu ihm fahren konnten. Die Tür seiner Wohnung hatte sich kaum geschlossen, da hatte er seine Hände schon auf ihren Brüsten und genoss ihr Stöhnen. Sie drängte sich ihm entgegen, wollte gleichzeitig gestreichelt und ausgezogen werden. Ihre Sachen flogen davon und sie wälzten sich auf seinem Bett. Die Nässe ihrer blanken Scham erregte ihn, die Härte seines Riesen in ihrem Mund machte sie geil. Er nahm ihre langen Beine in die Hand und legte sie sich auf seine Schultern. Mit einem Fuß auf seiner Brust hielt sie dagegen. Max nagelte sie heftig in die Matratze. Er konnte sich an ihrem erregten Gesicht und ihrem traumhaften Körper kaum sattsehen. Ihr Keuchen war sein Ansporn. Sie bäumte sich unter ihm auf und schrie noch nach mehr. Irgendwann explodierte er in ihr und genau in diesem Moment klingelte das Telefon.

Max fluchte. Der Moment war vorbei, die Nacht mit dieser heißen Maus war vorbei. Er hörte, wie die Mailbox ansprang und gab ihnen noch einen Moment. Egal was war: Diese Hitze, diese Enge und diese wunderbare Leidenschaft konnte er nicht sofort aufgeben. Dann warf er sie raus. Die Flüche, die er dabei hören musste, gereichten ihr, die immer noch keinen Namen hatte, zur Ehre. Zwischen Kennenlernen und Rauswurf lagen kaum 60 Minuten. Anschließend hörte er die Mailbox ab und fluchte. Ein Einsatz am anderen Ende der Stadt. Max rief zurück und ahnte, dass es anstrengend werden würde. Er ließ sich also von einem überdrehten Mann anschreien und machte sich auf den Weg quer durch die Stadt.

Die Gegend, in die er kam, war nobel. Die Gehwege breit und sauber, die Häuser etwas zurück von der Straße auf großen Grundstücken mit hohen Zäunen, Mauern und Hecken. Sein Ziel war eine weiße Villa, vor der auffällig viele teure Autos standen. Er wurde bereits von einem aufgeregt quatschenden Mann empfangen, der ihn seine Abneigung spüren ließ. Die Zeit zwischen dem Telefonat und seinem Eintreffen hatten nicht gereicht, ihm zu respektvollen Umgang zu verhelfen. Der Mann führte Max direkt zu einer Frau. Es war auf den ersten Blick zu sehen, dass sie das Sagen hatte. Ihre gesamte Ausstrahlung war Autorität und dazu war sie noch attraktiv. Max schätzte sie auf Ende Dreißig, war sich aber nicht ganz sicher. Es hätten genauso gut fünf Jahre mehr sein können. Der Körper in dem engen Kleid war eher Mitte Zwanzig aber der Blick und die Erfahrung, die aus jeder Pore strömte, hatten ein anderes Alter. Neben dem abschätzigen Blick fielen ihm vor allem die schwindelerregenden High Heels auf.

"Sie wissen wahrscheinlich nicht, worum es sich hier handelt. Ich werfe Ihnen das nicht vor. Allerdings zahle ich Ihrer Firma einen Haufen Geld für die Betreuung und Wartung der Elektrik unserer Projekte. Wenn ich dann nicht einmal ein angenommenes Telefonat erwarten darf und dann auch noch 30 Minuten auf Sie warten muss, muss ich dieses Engagement überdenken.“

Sie legte eine kurze Pause ein, allerdings war klar, dass sie keine Erwiderung erwartete.

„Zum Auftrag: Wir haben in diesem Haus scheinbar einen totalen Stromausfall und wichtige Gäste. Bringen Sie die Sache wieder zum Laufen."

Er sah den Mann neben ihr grinsen. Lackaffe erschien Max die treffende Bezeichnung zu sein.

"Max Zauber. Ich löse Ihr Problem. Beruhigen Sie Ihre Gäste. Kann mich Ihr Assistent zum Sicherungskasten bringen?"

Sie lächelte ihn nun tatsächlich an. Max fiel der kurze etwas abfällige Seitenblick auf den Mann auf.

"Sehr schön, Herr Zauber. Mein Partner wird Ihnen helfen. Ich baue auf Sie."

Sie betonte das letzte Wort, was dem Mann aber scheinbar völlig entging. Max lächelte ihn freundlich und aufmunternd an. Erst jetzt schien es ihm zu dämmern, dass er einen Auftrag hatte. Etwas ungläubig schaute er die Frau an.

„Tina, das kann nicht Dein Ernst sein. Wir haben hier einen Hausmeister, der soll sich darum kümmern.“

„Bis wir den gefunden haben, vergeht noch mehr Zeit. Du kümmerst Dich bitte darum. Es ist wichtig, dass wir schnell das Problem beheben. Dieser Mann hier ist jetzt dein wichtigster Kunde. Ich gehe hinein und beruhige die Leute.“

Sie drehte sich um und ging. Das Wort war Gesetz. Der Mann schaute ihr entgeistert nach. Dann drehte er sich zu Max um und seine Miene wurde noch unfreundlicher.

„Gut.“ Er war um Fassung bemüht. „Vertrödeln wir nicht noch mehr Zeit. Sie haben uns schon lange genug warten lassen. Hier entlang.“

Max folgte ihm durch das Haus. Der Mann ging zielstrebig vor, ohne ein weiteres Wort zu sagen. In der großen Halle der Villa standen viele sehr gut gekleidete Menschen in kleinen Gruppen herum. Er sah die Gastgeberin, die Mittelpunkt einer dieser Gruppen war. Sie unterhielt sich scheinbar mit mehreren Leuten gleichzeitig. Scheinbar gab es ein Notstromaggregat, das zumindest eine geringe Beleuchtung zuließ. Max hatte nicht den Eindruck, dass die Dame gestresst war. Auch die Gäste schienen sich ausgesprochen gut zu amüsieren. Die offene Treppe führte sie zu einer Empore, die einen guten Überblick über die Veranstaltung bot. Es war schon nach Mitternacht und Max war erstaunt, dass die Veranstaltung noch so gut besucht war.

„Herr Lauer, haben Sie einen Moment?“

Eine Frau im schicken Abendkleid sprach den Mann an. Überraschenderweise hat er einen Namen, dachte Max. Der Angesprochene wirkte unentschlossen. Er wusste offenbar nicht, ob er der Frau Aufmerksamkeit schenken durfte. Dann gab er sich aber einen Ruck und versuchte ein Lächeln, das furchtbar steif geriet. Wortlos zeigte er Max an, dass er in einen bestimmten Bereich vorgehen solle. Im Gehen hörte er noch einen Wortfetzten, der nach „immer Ärger mit den Handwerkern“ klang. Max schüttelte innerlich den Kopf und ging weiter. Als er um eine Ecke bog, hörte er ein eindeutiges Stöhnen. Vorsichtig ging er weiter. Er sah eine halb geöffnete Tür und registrierte, dass die Laute, die ihn aufmerksam gemacht hatten, eindeutig aus diesem Raum stammten. Kurz versicherte sich Max, dass Herr Lauer nicht bereits hinter ihm stand und riskierte dann einen Blick in den Raum. Er sah eine Frau mit blonder Kurzhaarfrisur in klassischer Abendgarderobe vor einem Mann hocken. Mit Hingabe blies sie seinen Schwanz, den sie mit einer Hand am Schaft hielt. Der Mann stöhnte und fasste ihren Kopf mit seinen Händen. Sein Kopf lag im Nacken und er gab sich ganz ihrer Kunst hin. Max erinnerte sich mit Wehmut an die wunderbare Frau, die er vor nicht einmal einer Stunde aus seiner Wohnung, aus seinem Bett geworfen hatte. Sie hatte eine ähnliche Reaktion bei ihm hervorgerufen. Der Mann entzog sich ihr plötzlich und überrascht stand sie auf.

„Wenn dein Mann dich schon einmal unbeobachtet lässt, will ich nicht nur deinen Mund spüren. Lass uns die Zeit nutzen. Komm, lehn dich über den Tisch und halte dich fest.“

„Er wird uns töten, wenn er das herausfindet. Dich mindestens geschäftlich. Das ist dir klar oder?“

„Es wird meinen Orgasmus beflügeln. Egal wie er reagiert, ich muss dich jetzt ficken.“

Sie beugte sich wie verlangt über den Tisch. Der Mann war sofort bei ihr und schob ihr langes Kleid hoch. Die langen und wohlgeformten Beine waren wunderbar anzuschauen. Ihre High Heels vergrößerten den Effekt noch.

„Es ist gut, dass du das weißt. Und jetzt fick mich. Besorg‘ es mir gut. Wenn ich dieses Risiko eingehe, will ich zumindest was davon haben.“

Der Mann zog ihren String zur Seite und schob sich langsam in diese schöne Frau. Das gemeinsame Stöhnen war wunderbar anzuhören.

„Wollen wir dann weitergehen oder möchten Sie sich weiterhin auch um Dinge kümmern, die sie nichts angehen.“

Erschrocken drehte Max sich um und sah Herrn Lauer hinter sich stehen, der ihn mit angewidertem  Gesichtsausdruck ansah. Max erkannte, dass sein Aufpasser aufmerksam registrierte, wer in diesem Raum agierte und er hatte den Eindruck, für kurze Zeit ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht erkennen zu können.

„Nun, dann wollen wir ihre Partnerin nicht länger auf ihren Strom warten lassen. Wo muss ich hin?“

„Werden Sie nicht frech.“

Herr Lauer ging wieder vor und Max konnte mit einem kurzem Blick in den Raum noch erkennen, wie der Mann die wundervollen Brüste der Frau befreit hatte und nun hingebungsvoll und fest massierte. Mit dem Stöhnen der beiden im Ohr und einem innerlichen Seufzen folgte er Herrn Lauer und schließlich erreichten sie einen Betriebsraum. Während Max nun seiner Arbeit nachging, ließ ihn der Lackaffe, wie Max ihn zu nennen beschlossen hatte, nicht aus den Augen. Der erfahrene Fachmann ließ sich dadurch allerdings nicht aus der Ruhe bringen und erledigte seinen Job. Nach kurzer Zeit hatte er den Fehler gefunden und konnte ihn beheben.

„Na endlich“, hörte er als einzigen Kommentar seiner charmanten Begleitung. Sie verließen den Raum und stellten fest, dass das Haus wieder unter festlicher Beleuchtung lag. Auf ihrem Weg zum Ausgang sahen sie auch den Mann und die Frau, die Max zuvor beobachtet hatte. Man konnte ihnen ansehen, dass sie gerade etwas Schönes erlebt hatten, der behobene Stromausfall hatte sie allerdings wohl auch in Panik versetzt. Herr Lauer nickte ihnen mit einem gespielten Lächeln zu, und Max beneidete den Mann um die Erfahrung mit dieser schönen Frau. An der Tür stieß auch die eigentliche Chefin zu ihnen und bedankte sich ausdrücklich bei Max für seine gute und schnelle Arbeit. Herr Lauer wollte scheinbar noch ein paar kritische Worte loswerden, ein Blick seiner Partnerin ließ ihn allerdings schweigen. Sie schenkte Max ein professionelles Lächeln und stöckelte wieder davon.

Max setzte sich in sein Auto und mit einem Blick auf die Uhr stöhnte er auf. Die Nacht war gelaufen. Er ahnte, dass er schwer in den Schlaf finden und dass er anschließend einen üblen Tag erleben würde. Als er irgendwann in seinem Bett lag, wälzte er sich lange herum, bis er endlich einschlafen konnte. Max mochte die Bereitschaft nicht.


KAPITEL 2 

Der nächste Tag schleppte sich genauso dahin, wie Max es vorausgesehen hatte. Lustlos ging er seinen Aufgaben nach. Dazu hatten noch mehrere Kollegen Urlaub oder waren krank, so dass Max sich noch mit weiteren Dingen herumärgern durfte. Ihre hübsche Auszubildende hatte Schule und der Bürodrache ähnliche Laune wie Max. Seine Motivation war beim Teufel. Sie betreuten in ihrem Unternehmen vor allem kurzzeitige Projekte, kümmerten sich um alles von Elektrik über IT-Dienstleistung bis hin zum Catering. Wenn sie etwas nicht selbst konnten, fand ihr Chef immer jemanden, der den Job erledigte. Seine Kontakte waren scheinbar gut und die Aufträge zahlreich. Sie übernahmen auch verschiedene dauerhafte Aufträge ihrer Kunden und genau in diesem Zusammenhang bekam Max nun vom Bürodrachen den Anruf einer Kundin durchgestellt.

„Ich habe bis heute Nacht um 24 Uhr sehr wichtige Unterlagen elektronisch abzugeben. Alles ist fertig, nur die Verbindung wird nicht aufgebaut. In zwei Stunden habe ich einen Termin, auf den ich mich noch vorbereiten muss. Zuvor möchte ich diese Ausschreibung erledigt haben. Bitte lösen Sie zügig das Problem.“

Max musste grinsen. Er erkannte die Stimme sofort. Es war „Tina“, die Dame, für die er in der letzten Nacht den Stromausfall behoben hatte. Sie war vielleicht nicht außerordentlich freundlich aber zumindest professionell. Ihre Aufgabenstellung war scheinbar immer präzise. Max erlebte das häufig anders. Es war bereits später Nachmittag aber natürlich sagte er ihr zu, die Störung zu beheben. Von seinem Arbeitsplatz aus, konnte er allerdings das Problem nicht lokalisieren, deshalb vereinbarte er mit Frau Reinert, so hieß seine Kundin, in ihr Büro zu kommen. Die Fahrt dauerte zu Max Glück nicht lange und bot ihm die Gelegenheit, aus dem Büro zu fliehen. Frau Reinert hatte mehrere Räume in einem größeren Bürokomplex angemietet. Max wurde von einer Empfangsdame begrüßt und zu seiner Kundin begleitet. Auf dem Weg kamen sie an einem Büro vorbei, in dem Max einen wieder einmal sehr aufgeregten Herrn Lauer entdeckte, der in unangebrachtem Ton auf einen jüngeren Mann einredete. Er fing Max‘ Blick auf und war einen Moment konsterniert. Dann fasste er sich und faltete weiter den Mann zusammen.

Auch Frau Reinert war überrascht, ihn zusehen. Neben ihr am Schreibtisch saß ein sehr eingeschüchterter Mann, der sich kaum traute, zu ihm aufzusehen. Sie erhob sich und kam ihm lächelnd entgegen, um ihn zu begrüßen. In  Ihrem Gesicht war nicht zu sehen, dass sie in der letzten Nacht wenig geschlafen haben konnte. Sie trug ein durchaus figurbetontes dunkelblaues Businesskostüm, dessen knielanger Rock noch einen Teil ihrer schönen Beine auf 10cm-High-Heels präsentierte. Etwas zu lang schaute Max auf ihre prächtigen Brüste, was sie zwar registrierte aber unkommentiert ließ. Mit Sicherheit war sie ein solches Verhalten von Männern gewohnt. Sie eröffnete freundlich, blieb aber im Ton distanziert.

„Na, wir haben uns ja gerade erst gesehen. Ich wusste, dass ich Ihre Stimme schon einmal gehört hatte, konnte sie aber nicht zuordnen.“

„Ich vertrete den Kollegen, der Sie normalerweise betreut. Sie durften also nicht mit mir rechnen.“

„Gut…Sie kennen die Aufgabenstellung. Kann ich noch etwas für Sie tun? Sonst würde ich mich für die Zeit, die Sie benötigen, entschuldigen.“

„Ich komme zurecht. Wenn etwas ist, wende ich mich an die Dame, die mich zu Ihnen geführt hat.“

Sie nickte und war verschwunden. Auch ihr Mitarbeiter verließ den Raum und eine gewisse Erleichterung war ihm anzumerken. Max setzte sich und begann zu arbeiten. Es war zunächst nicht leicht, dem Fehler auf die Spur zu kommen, dann entdeckte er aber die Ursache und konnte sie beheben. Er bat die Empfangsdame, Frau Reinert zu verständigen, damit sie den bisher missglückten Vorgang noch einmal wiederholte. Er wollte den erfolgreichen Abschluss abwarten. Es funktionierte reibungslos und Max konnte ihr noch Hinweise geben, wie sie vergleichbare Aufgaben effektiver erledigte. Seine Kundin war außerordentlich zufrieden und er bekam wieder das schöne aber professionelle Lächeln geschenkt. Max bedankte sich artig, packte zufrieden seine Sachen und flirtete noch kurz mit der Empfangsdame.

Frau Reinert hatte das Büro bereits wieder verlassen, als Max den Fahrstuhl betrat. Er überlegte, ob er noch in die Firma zurückfahren sollte. Allerdings war er sicher, dass dort am heutigen Tag nur Ärger auf ihn warten konnte und von der Uhrzeit her rechnete man auch nicht mehr mit ihm. Er hatte also Feierabend und Wochenende. Nach der letzten Nacht hatte er alles daran gesetzt, die Bereitschaft an einen Kollegen abzugeben. Er brauchte Ruhe und deshalb schlenderte er entspannt über den Parkplatz zu seinem Auto. Das stotternde Geräusch eines nicht startenden Motors hörte er dabei eher unbewusst. Als er gerade seinen Wagen aufgeschlossen hatte, war aber nicht mehr der stotternde Motor sondern eine aufgeregt fluchende Frau zu hören. Max schaute zu ihr herüber und erkannte Frau Reinert, die mit hochrotem Kopf ihr Auto anschrie. Sie war in ihrem Ärger sehr attraktiv und Max stellte fest, dass er die Energie dieser Frau überaus anziehend fand. Lächelnd schloss er sein Auto wieder ab und ging zu ihr herüber. Wie wohl sein Chef darauf reagierte, wenn er ihm von dieser nahezu ganzheitlichen Kundenbetreuung erzählte, dachte er grinsend. Aber noch wusste er nicht, ob er überhaupt helfen konnte.

„Hallo Frau Reinert, benötigen Sie Unterstützung?“

„Herr Zauber, Sie schon wieder?“ Sie ließ ihn ihre Verärgerung spüren. „ Entschuldigen Sie bitte. Vielen Dank, ich kann tatsächlich Hilfe gebrauchen. Ich muss dringend zu einem Termin aber diese Karre hier lässt mich im Stich.“

„Ein schönes Auto.“

Max bewunderte den bestimmt sündhaft teuren Sportwagen.

„Es funktioniert aber nicht, deshalb ist es wertlos.“

„Wenn Sie noch eine Minute haben, schauen wir einmal zusammen darauf.“

Sie schaute auf ihre Uhr und sah ihm dann direkt in die Augen. Unter einem kurzen Seufzen nahm sie sein Angebot an, trieb ihn aber zur Eile. Max formulierte seine Aufgabe an sie und sie setzte sich wieder hinter das Steuer. Er kontrollierte die Anzeigen und schaute dann in den Motorraum. Er sah, dass er nicht direkt helfen konnte.

„Gut, hier kann ich tatsächlich nichts für Sie tun. Aber es gibt trotzdem eine Lösung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Büro den Wagen abholen lässt und ich fahre Sie zu Ihrem Termin.“

Sie sah ihn verdutzt an und Max hatte bereits die Befürchtung, zu weit gegangen zu sein. Dann lächelte sie aber.

„Sie wollen sich heute bei mir unentbehrlich machen, was? Und Sie lernen schnell. Klare und präzise Aufträge in kritischen Situationen. Das mag ich. Nur normalerweise erteile ich diese Aufträge.“

Jetzt grinste sie.

„Aber so machen wir es. Und als Gegenleistung werde ich Sie heute Abend zum Essen einladen. Keine Widerrede…Und ich fahre.“

Mit einer Handbewegung forderte sie seine Autoschlüssel und hatte bereits das Handy am Ohr, um ihrer Empfangsdame entsprechende Instruktionen zu geben. Sie fuhr schnell und sicher aber von dieser besonderen Leistung für den Kunden wollte Max seinem Chef lieber doch nicht erzählen, denn schließlich handelte es sich um einen Firmenwagen. Ihre Unterhaltung war kurzweilig, hatte aber natürlich Smalltalk-Charakter. Trotzdem fand Max die Zeit nicht verschenkt. Nach einer halben Stunde kamen sie an ihr Ziel und sie bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei ihm für seine unorthodoxe Lösung.

„Kennen Sie den Italiener in der Humboldtstraße? Wir treffen uns dort um 21 Uhr. Bis nachher.“

Sie wartete seine Antwort gar nicht ab und war verschwunden. Max kannte dieses Restaurant natürlich nicht, es gab aber keine Diskussionsgrundlage. Selbstverständlich würde er dort sein. Auf dem Weg zu seiner Wohnung fiel ihm ein, dass er gar keine Ahnung hatte, wie er dort auftreten sollte. Anzug, Jackett, Freizeitlook? Zumindest konnte er Sandalen, kurze Hose und Hawaiihemd ausschließen. Na, das brachte ihn ja schon einmal voran. Manchmal konnte er Entscheidungen in der Dusche fällen, also fing er damit an. Max spürte, dass seine Müdigkeit verflogen war. Diese energiegeladene Frau ließ dafür gar keinen Platz. Mit einem Handtuch um die Hüften stellte er sich auf den Balkon und rauchte genüsslich eine Zigarette. Wie konnte ein solcher Abend verlaufen? Welche gemeinsamen Themen hatten sie? Max hatte gute Laune, war aber auch etwas nervös. Es war zwar ein privater Termin, wenn der aber gründlich schief ging und sein Chef davon erfuhr, konnte er bestimmt seine Papiere holen. Allerdings war Max ein positiv denkender Mensch und genauso wollte er den Abend angehen. Er entschied sich für einen lässigen Auftritt mit Jeans, Hemd und Jackett. Dazu Lederboots. Der erste Schritt war gemacht.

Pünktlich um 21 Uhr stand er vor dem Restaurant. Max wollte nicht vor der Tür auf sie warten und entschloss sich deshalb, das Restaurant zu betreten. Sofort sah er, dass es nicht seiner Preiskategorie entsprach aber auch, dass er zumindest aufgrund seines Outfits nicht rausgeworfen werden würde. Selbstbewusst ging er auf den Empfang zu.

„Ich habe eine Verabredung mit Frau Reinert. Können Sie mir bitte sagen, ob sie bereits eingetroffen ist?“

„Frau Reinert ist noch nicht erschienen. Ich führe Sie aber gerne zum reservierten Tisch.“

Max wurde zu einem Tisch für zwei Personen geleitet. Er bestellte einen Aperitif und musste noch zehn Minuten warten, bis seine Verabredung erschien. Sie hatte tatsächlich noch Zeit gefunden, sich umzuziehen. Das sehr figurbetonte Sommerkleid hatte eine vergleichbare Länge wie ihr Businesskostüm vom Nachmittag, war aber deutlich aufregender. Der Ausschnitt war beeindruckend und Max konnte nur mit Mühe in ihre Augen sehen. Elegant schritt sie auf schwindelerregenden High Heels auf den Tisch zu. Max stand für die Begrüßung auf und mit einem bezaubernden Lächeln nahm sie sie entgegen. Ihr Parfum schickte seine Sinne auf eine lustvolle Reise. Sie setzte ihre Attraktivität bewusst ein, das war Max klar. Weniger klar waren ihm ihre Ziele. Ihr Auftritt setzte Max unter Druck und mit einem wissenden Lächeln gab sie ihm zu verstehen, dass sie das wusste. Sie spielte mit ihm.

„Sie haben sich bereits für einen Aperitif entschieden. Sehr gut. Es spricht für Sie, dass Sie eigene Entscheidungen treffen und nicht auf andere warten. Zurückhaltung ist häufig die falsche Entscheidung.“

Sie lächelte weiterhin. Was sollte das denn, fragte sich Max. Er ignorierte die Äußerung und begann ein Gespräch über den Termin, zu dem er sie oder besser sie sich mit seinem Wagen gefahren hatte. Das wischte sie allerdings weg.

„Ich schätze ihre höfliche Nachfrage aber ehrlich gesagt, möchte ich mit ihnen nicht über Geschäftliches sprechen. Nur so viel: Ihr Einsatz in den letzten 24 Stunden hat meiner Firma Erfolg gebracht und dafür danke ich Ihnen nicht nur, ich bin auch ein wenig beeindruckt. Das allein genügt, um mich bei Ihnen zu bedanken. Aber vor allem zeigen Sie mir gegenüber keine Angst, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen und vor allem anderen Männern. Eine Frau, die wie ich selbstbewusst und entschieden auftritt, stellt viele Männer vor Probleme. Deshalb möchte ich Sie kennenlernen.“

Max stand kurz der Mund offen. Er fing sich aber sofort. Bevor er reagieren konnte, hatte sie allerdings entdeckt, was in ihm vorging und übernahm deshalb die Führung durch das Gespräch. Sie bestellten ihr Essen und Wein dazu. Die Energie dieser Frau begeisterte Max mehr und mehr und er schaffte es, seine Aufregung zu überwinden. Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch und Max schaffte es tatsächlich, ihre Führungsrolle etwas zurückzudrängen. Es war aber nie gleichberechtigt und Max spürte, dass sie es als Affront aufgenommen hätte, zu versuchen, diese Aufteilung grundlegend zu ändern und so beließ er es dabei. Die Statik ihrer Verabredung war gut und scheinbar belastbar und Max fühlte sich sehr wohl damit.

Als die zweite Flasche Wein auf dem Tisch stand, erhob sie sich und entschuldigte sich zur Toilette. Max beobachtete wieder ihren Gang auf den fantastischen Schuhen. Er bewunderte sie für diese akrobatische Leistung. Alles an ihr war sexy und elegant. Er verharrte scheinbar etwas zu lang in diesen Gedanken, denn als sie zurückkam, bemerkte sie seinen eindeutigen Blick. Sie lächelte ihn wieder wissend an und nahm Platz.

„Sie finden meine High Heels interessant?“

Max war über diese offene Frage zunächst irritiert aber er hatte sich schließlich selbst in diese Lage gebracht und amüsiert betrachtete sie nun seine Bemühungen um eine angemessene Reaktion. Max entschied sich für die Offensive. Etwas anderes hätte sie sicher nicht akzeptiert. Er sah sie an und wusste, dass seine Antwort dankbar angenommen werden würde.

„Ich finde weitaus mehr als Ihre High Heels interessant, bin aber einfach begeistert, mit welcher Sicherheit und mit welchem Selbstverständnis sie auf diesen unglaublich hohen Absätzen laufen.“

Ihr Lächeln war nun teils amüsiert, teils geschmeichelt. Den ersten Teil seiner Antwort hatte sie richtig verstanden und insgesamt war sie Frau genug, um ein solches Kompliment zu genießen. Sie fand es aber auch amüsant, dass er ihr nicht auswich und sich auf ihr Spiel einließ.

„Wissen Sie, ich habe eine einfache Regel für die Auswahl meiner Schuhe. Am Tag 10 cm und am Abend höher. High Heels machen eine Frau attraktiver. Sie zwingen sie zu einer bewussteren Körperhaltung. Aber etwas anderes ist für mich viel interessanter. Mein erster Chef war deutlich größer als ich und ich hatte keine Lust, ständig zu ihm aufschauen zu müssen. Damals habe ich angefangen, High Heels dieser Art zu tragen und konnte ihm ab dem Zeitpunkt immer in die Augen sehen. Danach wurde unsere Zusammenarbeit was mich anging deutlich einfacher. Ich habe gelernt, dass die meisten Männer nicht damit umgehen können, wenn ihnen eine Frau nicht nur beruflich sondern auch körperlich in die Augen sehen kann…oder vielleicht sogar auf sie herunter. Mit den anderen treffe ich mich privat.“

Sie ließ diesen Satz in der Luft hängen und sah ihren Gesprächspartner auffordernd an. Um ihren Mund kräuselte sich bereits wieder das amüsierte Lächeln. Max erwiderte ihr Lächeln und füllte ihre Gläser.

„Und? Läuft es gut für Sie, das Wesen der Männer so erfolgreich entschlüsselt zu haben?“

Ihr Blick lag in seinen Augen. Sie war überrascht aber auch erfreut über diese leicht spöttische Frage. Die Würfel waren aber längst gefallen.

„Der Erfolg sitzt mir gegenüber und es wäre schön, wenn er morgen mit mir frühstücken könnte. Ich bin übrigens Bettina aber du darfst Tina sagen.“

Das Taxi war schnell. Man hätte denken können, es ginge um eine Geburt aber hier war noch nicht einmal der erste Schritt gemacht. Als sie den hilfreichen Mann verließen, hatten sich ihre Zungen bereits miteinander verknotet und ihre Hände ihre Körper erkundet. Der Taxifahrer hatte nicht nur ein außerordentlich bemerkenswertes Trinkgeld sondern kostenlos eine zu enge Hose und geile Gedanken bekommen. Seine Fahrgäste rannten förmlich die Auffahrt des großen Hauses hinauf. Bereits in der Eingangshalle fielen sie übereinander her. Tina schlang ihre Beine um Max Hüften und empfing seine leidenschaftlichen Küsse. Max schaffte es nur bis zur nächsten Wand. Dort löste er sich von ihr, ging in die Knie und schob ihr Kleid hoch. Sie trug keinen Slip und ihre haarlosen leckeren Lippen leuchteten lustvoll. Nur kurz war er überrascht, wollte dann aber ihren Geschmack kosten. Tina stöhnte fast erleichtert auf, als sie seine Zunge an ihrem Geschlecht spürte. Wann war sie zuletzt so heiß gewesen, fragte sie sich. Sie konnte sich nicht erinnern, wollte es in diesem Moment auch nicht. Nur seine Zunge an ihrem Knopf war wichtig und der Finger, der plötzlich ihren Spalt durchfuhr und vorsichtig in sie eindrang. Sie hatte im Restaurant nur den Tisch verlassen, um ihren Slip abzulegen. Bereits da war ihr klar, wie dieser Abend enden sollte. Eigentlich sollte der Slip in seine Hand wandern aber diesen Zaunpfahl benötigte er gar nicht.

Sie gab sich der Magie seiner Liebkosungen hin. Genoss einfach, was seine Zunge, seine Lippen und seine Finger mit ihr anstellten. Ihre Hände massierten abwechselnd ihre Brüste und seinen Kopf. Drückten ihn noch enger an sich, als sollte er in sie hineinkriechen. Die Hand an ihrem Po machte sie verrückt. Sie massierte, drückte. Ein Finger umspielte immer wieder ihren Anus. Warum drückte er nicht zu, fragte sie sich in ihren wilden Gedanken. Der Orgasmus kam auf sie zu, sie spürte dass der Punkt überschritten war. Es ließ sich nicht aufhalten und es sollte kommen. Die Lippen saugten ihren Knopf ein, der Finger fickte sie hart und plötzlich drang der andere Finger in ihren Po ein. Tina explodierte, nur mit Mühe blieb sie aufrecht stehen und stützte sich an ihrem Liebhaber ab. Ihr befreites Stöhnen rollte durch das Haus und drang in den letzten Winkel des hintersten Raums.

Tina war völlig erledigt. Aber er gab ihr nur kurz Zeit sich zu erholen. Wieder wurde sie heiß geküsst und sie ahnte, was gleich geschehen würde. Seine Gier war noch längst nicht befriedigt. Er hatte sie schmecken wollen, das liebte er besonders, wenn er zum ersten Mal mit einer Frau zusammen war. Und ihre Säfte hatten ihn noch wilder gemacht, ihr heißes Stöhnen, ihre wunderbare Leidenschaft. Nun war er an der Reihe. Jetzt war gerade kein Platz für höfliches Abwarten, bis eine neue Runde möglich war. Max brauchte die Befriedigung seines Triebs und in diesem Moment hätte er einen Elefanten besiegt, wenn er zwischen ihm und seinem Ziel gestanden hätte.

Er hob sie hoch und trug sie weiter. Ihre Beine waren wieder um seine Hüften geschlungen. Sein Ziel war ihr Schlafzimmer. Auf seinem Weg sah er ihr großzügiges Wohnzimmer und er erinnerte sich an die Szene zwischen dem Mann und der Frau in der letzten Nacht. Kurzentschlossen bog er dorthin ab und lud sie vor einem großen Sessel ab. Er drehte die überraschte Frau um und ließ sie sich über die Lehne beugen. Wieder schob er ihr Kleid hoch und im Nu hatte er seine Hose geöffnet. Den harten Schwanz endlich in der Hand zu halten, war ein irres Gefühl. Sofort wurde die dicke Eichel an ihren Lippen angesetzt und hart und rücksichtslos drang er in sie ein. Tina wusste kaum, wie ihr geschah. Noch nie war sie in einer vergleichbaren Situation. Immer hatte sie das Geschehen weitgehend im Griff und nun war sie einer Wildheit ausgesetzt, die sie noch nicht kannte. Die sich bisher kein Mann ihr gegenüber herausgenommen hatte. Ihr Stöhnen war lustvoll aber auch schmerzerfüllt. Immerhin schob er ihr ein scheinbar imposantes Gerät in die nur durch seine Finger geweitete Pussy. Dann fickte er einfach drauflos, fasste hart ihre Hüften und gab ihr seine ganze Kraft. Der Schmerz war vergessen, die Erschöpfung des ersten Orgasmus ebenso. Der große Schwanz durchpflügte ihre enge Dose und versprach ihr den Himmel auf Erden. Er zerrte an ihrem Kleid und riss sie dadurch hoch, während er weiter in sie stieß. Irgendwie zog er es ihr über den Kopf und sofort waren seine starken Hände zu ihren Brüsten. Fest drückten sie zu und zogen ihre Nippel lang. Tina konnte gar nichts mehr machen. Sie war nur noch Erfüllungsgehilfin seiner Lust, bekam aber so viel geschenkt, dass ihr diese Rolle kein Problem bereitete. Sie spürte das Ziehen und wusste, dass gleich ein Orgasmus über sie hereinbrechen würde, den sie noch nicht erlebt hatte. Max war aber auch soweit. Er konnte den Rhythmus kaum noch halten und der Schweiß rann seinen Körper hinab. Endlich würde er in dieser Frau kommen und mit einem wilden Schrei übergab er seine Ladung schubweise den Tiefen ihrer Pussy. Er hörte und spürte auch ihren Orgasmus und es war, als würde dies noch mehr aus ihm herausholen. Max verharrte in dieser engen Grotte und konzentrierte sich nur auf das erhebende Gefühl. Dann begann er wieder sich zu bewegen, seine Stöße waren aber ruhiger und er genoss ihr entspanntes Seufzen. Irgendwann fiel Max auf die fast bewusstlos gevögelte Frau und hielt sie fest.

In ihrer Wahrnehmung konnten sie sich die nächsten Stunden nicht bewegen oder auch nur sprechen. Tina öffnete irgendwann wieder ihre Augen und sah schemenhaft die Auswirkungen der wilden Rammelei auf ihr Wohnzimmer. Der Sessel hatte den Glastisch verschoben auf dem eine Vase umgefallen und zu Bruch gegangen war. Der Inhalt lag über Tisch und Boden verteilt. Ihr Kleid lag zerfetzt auf dem Boden. Aber es gab nichts, was sie gerade weniger hätte interessieren können. Es fiel ihr in der unbequemen Haltung etwas schwer, den Kopf zu drehen.

„Ich hoffe, du hast am Wochenende nichts vor, denn du wirst dieses Haus nicht vor Sonntag verlassen.“

Max musste grinsen. Nichts hätte ihn weniger interessieren können als eine Verabredung, die nicht mit dieser Frau zu tun hatte.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Auf der Flucht, Tag 2



INHALT

Lea und Johann sind weiter auf der Flucht. Sie müssen das Land verlassen aber wo gibt es einen Ausweg? Johann hat Kontakte zu einem Schmuggler, auf den sie ihre Hoffnung setzen. Aber können sie diesem zwielichten Mann trauen? Sie beschließen, alles auf eine Karte zu setzen und während Johanns Treffen sich überraschend entwickelt, geht Lea in ihrem Spezialauftrag auf. Ein aufregender Tag nimmt seinen Verlauf.
© 2013 Bolle


Weitere Teile

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KAPITEL 4

Trotz des Traums und des zunächst unruhigen Schlafs erwachte Lea am nächsten Morgen ausgeruht. Sie fühlte sich wohl, soweit man das in ihrer Lage sagen konnte, schließlich war vor nicht einmal zwei Tagen ihre Welt zusammengebrochen. Im Schrank war ein weiter Kapuzenpullover und eine Jogginghose zu finden. Barfuß verließ sie ihr Zimmer und wurde von Johann begrüßt, der bereits am Herd stand.

„Eier?“

„Gerne. Vielen Dank, Johann.“

Der Tisch war zum Frühstück gedeckt und Lea wunderte sich über ihren Appetit. Die Eier waren großartig und sie genoss den Kaffee. Sie schafften es, trotz des gestrigen Abends eine problemfreie Unterhaltung zu führen. Allerdings war beiden klar, dass das Thema noch nicht beendet war. Lea seufzte irgendwann und machte den Anfang.

„Ich möchte mich bei Ihnen für meine Unverschämtheit und die Beleidigungen entschuldigen, die ich Ihnen gestern Abend an den Kopf geworfen habe. Ich habe in der letzten Nacht noch einmal über meine Beziehung zu Marvin nachgedacht. Mit dem, was ich heute weiß, muss man wohl davon ausgehen, dass er mich…umbringen wollte.“

Sie senkte ihren Kopf und seufzte. Dann sah sie auf und blickte Johann in die Augen.

„Sie haben mir bereits zweimal das Leben gerettet und ich verhalte mich wie eine dumme Gans. Dazu noch, was Sie in der Überwachung von mir gesehen haben. Sie müssen ein schlimmes Bild von mir haben.“

„Ihr Verhalten zeigt doch nur, dass Sie Marvin wirklich geliebt haben. Gewundert hätte ich mich, wenn Sie das, was ich Ihnen erzählt habe, einfach hingenommen hätten. Und Sie können mir glauben: Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Außer Ihrem Vater und mir wusste niemand etwas davon. Und die Szenen, von denen Sie noch gesprochen haben, habe nur ich gesehen. Ich habe niemandem davon erzählt und die Bänder jeweils sofort gelöscht, wenn es möglich war. Außerdem: Sie mögen sich dafür schämen, dass Sie ohne ihr Wissen in Ihrem sehr privaten Bereich beobachtet wurden. Aber bitte glauben Sie mir, dass das auch für mich nicht einfach ist. So ein Einbruch fällt mir selbst dann nicht leicht, wenn ich die Personen nicht kenne.“

„Danke, Johann. Ich möchte Sie bitten, dass wir neu anfangen. Ich werde versuchen, nicht mehr das verwöhnte kleine Mädchen zu sein, das sich über alles hinwegsetzen kann. Und Sie sind bitte nicht mehr der grummelige Mann, dem man den Sicherheitsexperten schon von weitem ansieht.“

Lea lachte und sie spürte, wie gut ihr dieses ehrliche Lachen tat. Und Johann stimmte mit ein. Nun war es an der Zeit, Pläne für den Tag zu machen. Eine Idee war, den Verbleib des Onkels zu klären. Sie mussten wissen, ob er noch lebte. Vielleicht hatte er noch funktionierende Verbindungen, eventuell sogar zu den Putschisten. Johann wusste, dass er etwas undurchsichtig war. Das wäre eine Chance aber auch ein Risiko. Wenn das Regime von seinem Verbleib wusste, konnte Lea das in Gefahr bringen, da er dann zweifellos überwacht werden würde. Allerdings durften sie auch davon ausgehen, dass Lea nach den Vorfällen zu den am meisten gesuchten Personen zählen würde. Johann legte deshalb fest, dass sie zunächst nur während der Nacht das Haus verlassen dürfe und dies am besten auch nur unter günstigsten Umständen. Hier machte er allerdings die Rechnung ohne den Wirt. Lea machte ihm deutlich, dass sie auf gar keinen Fall alleine in der Wohnung bleiben würde. Jeder Appell an ihre Vernunft und auch seine Erinnerung an ihr gegebenes Versprechen zum Neustart ihrer Beziehung konnte sie nicht besänftigen. Johann akzeptierte schließlich seufzend. Dickköpfigkeit lag in den Genen dieser Familie.

Als weitere Möglichkeit schlug Johann vor, einen alten Weggefährten zu besuchen, von dem er wusste, dass er von Alkohol über Drogen bis zu Menschen alles schmuggelte, womit sich Geld verdienen ließ. Das Problem war nur, dass Johann ihm nicht traute. Wenn sie sich auf ihn einließen, mussten sie höchste Vorsicht walten lassen, da ihm zuzutrauen war, sie gegen höheres Gebot zu verraten oder zur Risikovermeidung im passenden Moment verschwinden zu lassen. Johann hielt vor allem nichts von den Leuten, mit denen dieser alte „Freund“ arbeitete. Aber da dies leider die einzige Person war, die er im Gewerbe kannte, bleib ihnen kaum eine andere Wahl. Lea bemerkte die Unruhe, die Johann bei diesem Thema überkam und fragte sich, was die beiden früher genau miteinander verband. Wenn dieser Mann schon bei dem Gedanken an den Schmuggler nervös wurde, dann war es tatsächlich gefährlich. Sein Versuch, sie von einer Begleitung abzubringen, scheiterte aber trotzdem. Zumindest konnte er ihr das Versprechen abnehmen, draußen auf ihn zu warten.

Sie entschlossen sich, die zweite Idee zuerst durchzuführen, um, wenn alles gut lief, über einen funktionierenden Fluchtplan zu verfügen. Anschließend wollten sie nach ihrem Onkel sehen. Johann hatte sich bei der Vorbereitung der Fluchtpläne bereits die Adresse von Enzo Artidis, dem Schmuggler, besorgt. Er wollte das Haus allerdings noch beobachten, bevor er Kontakt zu Enzo aufnahm. Johann fuhr also zu der Adresse und musste sich zunächst an einer ganzen Anzahl von Prostituierten vorbeikämpfen, die ihm sehr eindeutige Angebote machten. Er nahm den Kopf runter und versuchte die Damen zu ignorieren. Endlich stand er vor dem Haus und musste beinahe lachen, als er den Namen Artidis auf dem Klingelschild las. Das war mal Selbstvertrauen, wie Johann fand. Er ging zurück zum Auto und begann den nervtötenden und langweiligen Job der Observierung. Zumindest hier hatte er einen Moment für sich. Zu seiner eigenen Überraschung war es ihm gelungen, Lea davon zu überzeugen, sich eine andere Frisur zuzulegen, um ihr öffentlich bekanntes Aussehen zu verändern. Ein Freund, von dem er wusste, dass er sich auf ihn verlassen konnte, hatte einen Friseursalon. Zunächst blickte sie sich etwas maulig um, da dieser Salon nichts mit denen gemein hatte, die sie früher besucht hatte. Und als Johann ihr eröffnete, dass er sie nun für die Zeit ihrer Sitzung verlassen würde, war behutsame und geduldige Überzeugungsarbeit angezeigt. Mit der Hilfe seines Freundes gelang es ihm aber tatsächlich, sie dort zu lassen. Der Freund schloss seinen Laden ab und führte Lea in einen hinteren Raum, weg vom großen Schaufenster.

Johann konnte im Hauseingang neben Artidis einen Mann bemerken, der die ganze Zeit nichts anderes tat, als dort herumzustehen. Zunächst hatte Johann angenommen, er wäre ein „Beschützer“ der Prostituierten. Nach einer Weile wurde ihm allerdings klar, dass seine einzige Aufgabe war, über eine Klingel, die sicherlich in Artidis Wohnung endete, die Anzahl der zu erwartenden Besucher zu melden. Der alte Enzo wusste, dass er allein seiner Kameraüberwachung nicht trauen konnte. Es war ein reger Verkehr, der hier ablief. Die Leute standen zwar nicht Schlange aber in den zwei Stunden, in denen er bereits observierte, zählte er immerhin acht Personen. Johann konnte sich absolut nicht vorstellen, dass das der Staatsmacht entging. Dieses Schlupfloch war einfach zu auffällig. Es gelang ihm aber nicht, Personen zu erkennen, die Artidis ebenfalls überwachten.

Er ließ den Blick ein wenig schweifen. Langeweile war für ihn ein großes Problem bei dieser Art von Überwachung. Die Zeitung, die er sich besorgt hatte, gab vor allem Verlautbarungen der neuen Machthaber wieder. Es gab allerdings kein Wort über den Überfall auf eine der wichtigsten Unternehmerfamilien des Landes zu lesen. Alles andere hätte Johann aber auch überrascht, schließlich waren die Putschisten daran beteiligt. Es wurde ihm allerdings immer noch nicht klar, welchen Zweck sie damit verbanden. Zumindest wurden sie über diesen Kanal nicht öffentlich gesucht. Die Zeitung war schnell ausgelesen und wurde mit einem Seufzen auf das Armaturenbrett gelegt. Eine Prostituierte ging mit einem Kunden an seinem Auto vorbei. Johann registrierte die hohen klobigen Schuhe mit dem Plateau, die die Dame sogar ein wenig auf den Mann hinabsehen ließen. Ihre Netzstrumpfhose war bereits arg mitgenommen. Es verwunderte ihn ein wenig, dass trotz der politischen Wirren dieser Bereich immer noch florierte.

Die Dame steuerte einen Hauseingang direkt in Johanns Blickfeld an. Zumindest das hätte es vor ein Tagen sicherlich bei Tageslicht nicht gegeben. Der Eingang war zwar gegen den flüchtigen Beobachter geschützt, Johann allerdings konnte alles sehen. Die Prostituierte drückte den Mann tief in den Eingang hinein und er steckte ihr ein paar Scheine zu. Sie lächelte ihn an und ging sofort in die Knie. Überraschend schnell streifte sie ein Kondom über den bereits harten Schwanz. Ihre Arbeit schien dem Mann gut zu gefallen, denn er legte sofort den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Johann hatte den Eindruck, dass sie mehr mit den Händen als mit dem Mund arbeitete aber mit Sicherheit bekam der Mann das gar nicht richtig mit. Sie bearbeitete seinen Schwanz intensiv und der Beobachter war sich sicher, dass sie ihn möglichst schnell zum Spritzen bringen wollte. Überraschenderweise kam der Mann allerdings wieder zu sich und zog die Frau hoch. Er presste die Brüste in dem kurzen Oberteil, machte sich aber gar nicht die Mühe, sie freizulegen. Mit einem Lächeln schien ihn die Frau weiter ermutigen zu wollen. Seine Hände wanderten über ihren Körper und umfassten hart ihre Pobacken. Ihr kurzer Rock wurde hochgeschoben und sofort drängte der Mann sie in eine Ecke hinein. Während er sie hochhob, schlang sie ihre Beine um seine Hüfte. Sie war ihm behilflich, in sie einzudringen und musste ihn dann etwas beruhigen, als er sofort hart stoßen wollte. Nach und nach steigerte er nun sein Tempo. Der Blick der Frau ging ziellos aus dem Hauseingang hinaus, bis er schließlich in Johanns Augen lag. Er sah die Überraschung und eine gewisse Verärgerung in ihrem Blick und lächelte sie als Antwort freundlich an. Ihr Kunde war nun soweit und Johann konnte das Stöhnen bis in das Auto hinein hören. Sie gab ihm nur einen sehr kurzen Moment, dann trennte sie sich von ihm und beseitigte das Kondom. Als sie dann an ihm vorbeiliefen, lächelte sie Johann tatsächlich kurz an, zeigte ihm aber auch den Mittelfinger.

Johann musste grinsen. Für den Augenblick hatte er genug gesehen und fuhr zum Friseursalon zurück. Er ging auf den Hof und gab das vereinbarte Klopfzeichen an einer Scheibe. Nach kurzer Zeit wurde die Hintertür geöffnet und sein alter Kumpel Fred Pansov ließ ihn herein. Sein freundliches Nicken verstand Johann nicht nur als Begrüßung sondern auch als Zeichen, dass alles gut gegangen war. Keine Panikattacken, nur saubere Arbeit. Davon konnte er sich nun selbst überzeugen, denn Lea saß in einem anderen Raum und las in aller Ruhe eine Zeitschrift. Zumindest vermutete er, dass es Lea war. Sie war die einzige Person im Raum. Sie sah hoch und strahlte ihn an.

„Fred ist ein Meister. Ich werde ihm auf ewig dankbar für diesen wunderbaren Look sein. Warum bin ich früher nie darauf kommen?“

Sie drehte sich um die eigene Achse und präsentierte ihre neue blondgefärbte Kurzhaarfrisur. Johann konnte sich nicht daran erinnern, sie jemals ohne ihre schwarze und lange Lockenmähne gesehen zu haben. Auf den ersten Blick musste dieser Schutz funktionieren. Lea ging zu Fred und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Der strahlte nun auch.

„Da hat du schon mehr bekommen als ich“, maulte Johann scherzhaft.

„Oh, das ist richtig. Es tut mir leid.“

Lea wirkte ernsthaft erschüttert. Sie zog ihn zu sich herunter und küsste ihn auf die Wange.

„Danke, danke, danke. Ich danke Ihnen beiden und vor allem Ihnen, Johann. Ohne Sie wäre ich nicht hier.“

Sie war bereits wieder den Tränen nahe und Johann war erstaunt, wie schnell sie zwischen ihren Gemütszuständen wechseln konnte. Er beruhigte sie. Fred setzte einen Kaffee auf und gemeinsam verbrachten sie die nächste Stunde. Ihr Gastgeber bot ihnen weiterhin seine Hilfe an, die Johann gerne in Anspruch nehmen würde. Dann kehrten sie zurück auf ihren Beobachtungsposten und Johann erklärte Lea alles, was er bisher beobachtet hatte. Weiterhin konnte er zwar auffällig viele Personen beobachten, die zu Aritidis gingen, allerdings war keine andere Beobachtung als durch ihn erkennbar. Und er war von sich selbst ausreichend überzeugt, dass er eine solche erkannt hätte. Johann entwickelte nun einen Plan.

„Wir werden heute Abend Kontakt zu meinem alten Freund Enzo aufnehmen. Sie werden eine wichtige Rolle dabei übernehmen.“

Lea wurde plötzlich aufgeregt und Johann ärgerte sich darüber, dass er das so plump begonnen hatte.

„Obwohl ich das nicht erkennen kann, bin ich mir sicher, dass Enzo entweder von der Polizei überwacht wird oder mit ihr zusammenarbeitet. Wir machen deshalb Folgendes: Zunächst werde ich den Mann in dem Hauseingang, den ich Ihnen gezeigt habe, unschädlich machen.“

Die Ausrufezeichen in ihrem Gesicht waren nicht zu übersehen.

„Keine Angst, er wird nur bewusstlos sein. Anschließend werden Sie diesen Posten übernehmen, den Hauseingang beobachten und mir durch Klingelzeichen alle Personen melden, die das Haus betreten. Es wäre sehr unangenehm bei dem Gespräch mit Enzo überrascht zu werden. Wie Sie sehen, stehen hier überall Prostituierte herum. Eine gute Tarnung wäre in diesem Fall also eine Kostümierung in dieser Richtung. Wenn mehr als eine Person das Haus betreten will, versuchen Sie bitte, mindestens einen in ein Gespräch zu verwickeln. Angebot, Preisabsprache, Wetter, was weiß ich. Sollten Sie in Gefahr sein, klingeln Sie Sturm. Trauen Sie sich das zu?“

Ohne Nachzudenken nickte sie aber Johann konnte auf ihrem Gesicht den Zwiespalt aus Angst und Aufregung deutlich erkennen.

KAPITEL 5


Ein paar Stunden hatten sie noch Zeit. Sie fuhren deshalb zur Wohnung zurück und Johann gab Lea die Gelegenheit sich zurückzuziehen. Er bereitete eine einfache Mahlzeit vor. Sie aßen schweigend und erst mit der Zeit stellte sich ein Gespräch ein. Johann gelang es, seine Schicksalspartnerin etwas aufzuheitern. Dann war die Zeit gekommen, sich fertigzumachen. Lea verschwand in ihrem Raum und auch Johann ging sich umziehen und die notwendigen Dinge bereitzulegen. Nach kurzer Zeit war er fertig und wartete auf seine Begleitung. Er rief sie aber sie bat noch um etwas Geduld. Johann seufzte und kontrollierte noch einmal die Ausrüstung. Nach einer für ihn gefühlten Ewigkeit öffnete sich die Tür zu Leas Zimmer und er hörte sie den Flur betreten.

"Gut, dann können wir endlich los."

Johann war bereits etwas genervt, sie waren spät dran. Aber er war ja selbst Schuld. Warum hatte er sich auch darauf eingelassen, diese Frau mitzunehmen, die bisher kaum Verantwortung für sich selbst übernehmen musste. Er drehte sich zu ihr um und erstarrte. Die Frau, die hier vor ihm stand, ließ ihn spontan nach Luft schnappen. Sie trug weiße knielange Schnürstiefel mit einem Absatz von mindestens 14 cm wie er schätzte. Ein enger weißer Minirock bedeckte etwas mehr als ihren schönen runden Hintern. Die Brüste waren von einem hautengen weißen ärmellosen Oberteil bedeckt, das knapp über ihrem Bauchnabel endete. Das Weiß bildete einen wunderbaren Kontrast zu ihrer gebräunten Haut. Das Makeup war perfekt. Vor Johann stand die personifizierte Sünde. Sein kleiner Ärger war vergessen, wie alles andere eigentlich auch.

"Vielen Dank für das schöne Kompliment, Johann. Jede Frau liebt es, wenn Männer sie attraktiv finden."

Sie lächelte, denn sie wusste genau, dass "attraktiv" nicht ganz das Wort war, das ihm gerade durch den Kopf ging. Außerdem freute sie sich, dass es ihr gelungen war, den ewig beherrschten Johann aus dem Konzept zu bringen.

"Wir sollten jetzt gehen, Johann. Wir sind spät dran. Und noch eins: Ich bin es leid, Sie ständig so formell anzureden. Das passt nicht zu unserer Situation. Ich bin die Lea."

Durch Johann ging ein sichtbarer Ruck und er nickte. Lea fasste das als Zustimmung auf, sich zu duzen. Er schüttelte den Kopf, murmelte etwas Unverständliches, das wie "übers Knie legen" klang und verließ hinter ihr die Wohnung. Auf der Fahrt wiederholte Johann noch einmal das Vorgehen. Es gelang ihm aber nicht, seine schnellen Blicke auf ihre langen und schlanken Beine zu verheimlichen. Sie musste einen Volltreffer gelandet haben. Das war zwar schön, allerdings fürchtete sie auch ein wenig um seine Konzentration. Aber Lea spürte auch, dass seine Blicke und sein offensichtliches Begehren nicht spurlos an ihr vorübergingen. Ihre Brustwarzen verhärteten sich und in ihrem Schoß breitete sich eine wohlige Wärme aus. Hoffentlich verlor sie nicht die eigene Konzentration. Sie spürte allerdings auch ihre Aufregung. Die Rolle verlangte schon einiges von ihr und sie war nicht sicher, ob sie dem gewachsen war. Aber da sie selbst sich damit durchgesetzt hatte, nicht zurückgelassen zu werden, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich dem zu stellen. Sie musste alleine in der Öffentlichkeit eine aktive Rolle übernehmen. Worauf hatte sie sich nur eingelassen?

Sie parkten den Wagen und beobachteten den Eingang zunächst aus sicherer Entfernung. Dann ging es los. Lea hielt sich zunächst im Hintergrund. Scheinbar kannten sich die Damen am Bordstein hier nicht untereinander. Der Umsturz schien auch hier einiges durcheinander gewirbelt zu haben. Johann ging direkt auf den Eingang zu und setzte Enzos Gehilfen sofort außer Gefecht. Die Überraschung gab ihm einen entscheidenden Vorteil. Johann klingelte an der Tür und irgendjemand öffnete. Er schleppte den Bewusstlosen in den Hausflur und dann in den Keller. Hier kettete er ihn an. Die Wahrscheinlichkeit, dass in dieser Gegend zu dieser Zeit niemand mehr den Keller betrat, der Interesse daran haben konnte, die Polizei zu alarmieren, war hoch. Darauf vertraute er. Er gab Lea ein Zeichen, die sich sofort in den Hauseingang stellte.

„Sei vorsichtig!“

Sie sagten es beide gleichzeitig und mussten lächeln. Er ging zum anderen Eingang und Lea betätigte wie besprochen die Klingel für Enzo. Auch Johann klingelte und war nach kurzer Zeit eingelassen. Er hatte darauf geachtet, dass sein Gesicht nicht von der Kamera erfasst wurde. Die Tür zur Wohnung öffnete sich und Johann erkannte Enzo sofort wieder. Das wettergegerbte, pockennarbige Gesicht unter dem kahlen Schädel. Der muskulöse und stark tätowierte Körper hatte scheinbar noch mehr Masse produziert und wurde von einer nikotingelb-grauen Haut überzogen. Seit zehn Jahren hatten sie sich nicht mehr gesehen aber die Abneigung voreinander hatte die Zeit überstanden. Johann sah, dass er sofort erkannt wurde. Enzos Augen blitzten und Johann war noch mehr als vorher auf der Hut.

„Komme ich ungelegen, um einen alten Freund zu besuchen?“ fragte Johann beim Anblick einer attraktiven jungen Frau, die nackt in ein angrenzendes Zimmer huschte.

„Johann Hauser, was für ein unerwartetes Vergnügen.“ Enzo lachte und Johann konnte erkennen, dass sein Gegenüber sich neue Zähne hatte machen lassen. Die Geschäfte mussten gut gehen. Das Lächeln erreichte allerdings nicht seine Augen.

„Komm gerne herein. Wie lange ist es her? Zehn Jahre? Man, wie die Zeit vergeht.“

Johann trat ein und sah sich um. Ein zweistöckiges Appartement, durchaus edel und chic eingerichtet. Er konnte direkt in einen großzügigen Wohn- und Essbereich sehen, nach seinen Maßstäben eher modern als gemütlich. In einem anderen Zimmer sah er die Frau, die gerade über den Flur gehuscht war, und es sich auf einer Liege bequem gemacht hatte. Sie hatte sich einen eher durchsichtigen Hausmantel übergeworfen, der den jungen und biegsamen Körper mit den strammen eher kleinen Brüsten aber nicht wirklich verdecken konnte. Sie bemerkte seinen Blick und lächelte ihn an. Hier musste jemand geholfen haben, das war nicht Enzos Stil. Weder die Einrichtung noch die Frau. Er folgte Enzo in den Wohnbereich.

„Darf ich dir etwas zu trinken anbieten?“

Sein Gast schüttelte den Kopf und sah sich weiter um.

„Der gute Johann. Immer noch eher abstinent und konzentriert, was? Raissa! Raissa!“

Er rief wahrscheinlich die junge Frau aus dem anderen Zimmer.

„Die Geschäfte müssen gut gehen. Du wohnst sehr schön, alter Freund.“

„Ja, wer hätte das gedacht, dass es der gute alte Enzo noch mal zu was bringt. Du musst Raissa kennenlernen. Raissa!“

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Raissa allein um das Gebrüll zu stoppen endlich angestöckelt kam. Sie hatte zu dem Hausmantel, der nur leicht vor dem flachen Bauch zusammengeknotet war zumindest noch einen überaus knappen Slip übergestreift. Ihre High Heels hätten Lea bestimmt gefallen, dachte Johann und musste grinsen.

„Siehst du, wenn Raissa den Raum betritt, freuen sich alle Männer. Sie ist die Seele dieser Wohnung.“

Enzo griff sich Raissa und zog sie an sich. Er küsste sie, schob ihr seine Zunge in den Mund und sie streckte sich seinen fast zwei Metern entgegen. Ungeniert griff er an ihre Brüste und an ihren runden Hintern. Mehr noch als die Wohnung und alle schönen Dinge darin, wusste Johann, dass die Frau sein eigentlicher Stolz war. Raissa war der Pokal, den er Johann als Aufschneiderei auf jeden Fall zeigen musste. Sie ließ die Grabscherei zu, zeigte aber keine Reaktion. Nach kurzer Zeit ließ er von ihr ab und wandte sich erneut seinem Gast zu.

„Was kann ich für dich tun? Ich bin ganz sicher, dass du nicht für einen kleinen Plausch vorbeigekommen bist. Und einen Job suchst du bei mir bestimmt nicht.“

„Nein, tatsächlich nicht. Ich habe einen Auftrag für dich. Falls du daran interessiert bist.“

„Der weiße Ritter hat einen Auftrag für mich. Ist es zu fassen? Was könnte das sein? Darf ich deinen Umzug organisieren? Darf ich den heiligen Gral für dich finden?“

„Du reißt dich ja förmlich um den Auftrag.“ Johanns Blick wurde hart. „Ich suche einen echten Experten für besondere Fracht. Vielleicht war es falsch herzukommen und ich suche mir jemand anderen.“

Johann wollte sich umdrehen und gehen, wurde aber von Enzo aufgehalten.

„Mein lieber alter Freund. Ich habe mich gehen lassen. Verzeih mir. Wir wollen doch nicht so auseinander gehen…nach so vielen Jahren. Warum benötigst du einen Experten für besondere Fracht?“

Johann blieb und lächelte.

„Impulsiv wie immer. Der gute alte Enzo. Der Auftrag lautet zweimal Lebendfracht nach Süden über die Grenze zu bringen.“

Enzo sah ihn an und schwieg einen Moment.

„Es handelt sich hier wahrscheinlich nicht um Meerschweinchen, sondern um deutlich größere Fracht. Habe ich Recht? Und da du darin verwickelt bist, möchte ich wetten, dass es eine sehr besondere Fracht ist.“

Raissa ließ er plötzlich los, beachtete sie gar nicht mehr. Er ließ Johann nicht aus den Augen.

„Ich bin sicher, du wirst mir nicht verraten, um welche Fracht es sich handelt. Da nun aber klar ist, dass es sehr wichtiger Inhalt ist, muss ich natürlich einen gewissen Gefährdungsaufschlag nehmen. Wann soll der Transport denn stattfinden?“

„Du wirst von mir keine weiteren Informationen dazu bekommen. Die Fracht kann dir egal sein. Ich sehe den höheren Betrag eher als Preis unserer besonderen Verbundenheit an. Morgen oder übermorgen soll es losgehen.“

„Hmmm, das könnte gehen aber dafür muss ich telefonieren. Ich nehme an, du möchtest heute eine Antwort? Es könnte etwas dauern. Aber pass auf, meine  Raissa hier hat eine umwerfende Performance. Sie wird dich unterhalten, bis ich wieder da bin. Einverstanden?“

„Einverstanden.“

Enzo flüsterte kurz mit Raissa. Die blickte Johann an und lächelte wieder. Enzo verließ den Raum und Johann wurde unbehaglich. Jetzt begann der schwierige Teil der Mission. Er hatte keine Chance, von Enzos Gespräch etwas mitzubekommen und konnte nur auf Lea hoffen. Und zur Not auf seine Fähigkeiten. Raissa ließ ihn nicht aus den Augen und taxierte ihn offen. Während Johann überlegte, wie er Enzo belauschen konnte, hatte sie Musik gemacht und begann zu tanzen. Immer wieder schmiegte sie sich an ihn, nahm dann wieder Abstand und tanzte für sich. Zunächst ignorierte Johann sie. Ihre schönen Bewegungen, ihr graziler Körper und ihr mehr und mehr erotischer Tanz zogen ihn aber immer stärker in ihren Bann. Johann sah ein, dass er von Enzos Gespräch nichts erfahren würde. Raissa tanzte nun dicht vor ihm, drängte ihn auf einen Sessel und Johann ließ sich fallen. Sie hatte ihren Mantel abgelegt und bewegte sich grazil auf ihren High Heels vor ihm. Die harten Spitzen ihrer festen Brüste stachen ihm fast in die Augen, der Geruch ihrer eigenen Erregung war deutlich wahrnehmbar. Mit durchgestreckten Beinen beugte sie sich vor ihm nieder. Langsam zog sie den Slip über ihren runden Hintern und ließ ihn ebenso langsam ihre langen Beine heruntergleiten. Sie blieb in dieser Position und erlaubte ihm einen Blick direkt auf ihre haarlose, geschwollene und tatsächlich nasse Grotte. Wie lange hatte er bereits keinen Sex mehr gehabt? Ein ganzes Jahr? Er konnte es selbst kaum glauben. Raissa stand nun hinter dem Sessel und beugte sich über ihn hinweg. Ihre festen Brüste standen steil von ihrem Körper weg, sie legte den Kopf in den Nacken und sorgte für eine besondere Körperspannung. Dann war sie wieder fort, tanzte weiter und legte sich plötzlich auf den Tisch vor ihm, die Beine weit gespreizt und ließ die Finger über ihre Lippen tanzen und in die Nässe eindringen. Er hörte das Schmatzen, sah ihre nassen Lippen, die steil hervorragenden Klitoris und roch ihre Erregung. Sein Schwanz schmerzte in seiner Hose. Und dann hielt er es einfach nicht mehr aus. Seit zwei Tagen ging ihm die nackte Lea nicht mehr aus dem Kopf, heute musste er sie in dieser scharfen Nuttenverkleidung sehen und jetzt Raissas Tanz. Er wusste, es war eine Falle und genau der falsche Zeitpunkt. Sie alle hatten es nun aber geschafft den weißen Ritter, den Gentleman-Soldier, umzuwerfen. Johann stand auf und nahm das Geschenk einfach an.

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Lea stand in dem Hauseingang und beobachtete die Umgebung. Zunächst war sie von der Straße aus direkt sichtbar. Da sie die Männer dort aber wie magisch anzog und die Abwehrgespräche sie beinahe schon verdächtig machten, musste sie in den Schatten zurückgehen. Auf der anderen Seite spürte sie aber auch, wie das Starren der Männer ihre Erregung anfachte. Und das lenkte sie ab. Noch konnte sie selbst entscheiden und deshalb musste sie sich zurückziehen. In ihrer eigentlichen Aufgabe hatte sie nichts zu tun. Niemand wollte zu Enzo. Den Zeitpunkt des Treffens hatte Johann also gut bestimmt. Lea beobachtete deshalb die Prostituierten, wie sie um die Kunden kämpften, sich anboten und ihre Körper präsentierten. Es war einiges los an der Straße, die Autos fuhren im langsamen Tempo auf und ab, die Fahrer verhandelten, fuhren weiter, öffneten die Türen, fuhren fort. Manchmal verschwanden die Mädchen mit den Kunden auch in den umliegenden Häusern. Lea war in gewisser Weise fasziniert, denn so etwas hatte sie in ihrer bisherigen Welt noch nie erlebt. Beinahe hätte sie deshalb die beiden Männer übersehen, die sich offensichtlich nicht für die Damen interessierten, sondern das Haus ansteuerten, das sie überwachen sollte. Ein sehr junger Mann und einer eher mittleren Alters. Beide trugen tatsächlich lange Mäntel und waren schon von weitem als das auszumachen, was sie waren: Staatlicher Sicherheitsdienst. Lea musste kichern und so startete sie in positiver Stimmung und ohne besondere Aufregung ihren Angriff. Deshalb war sie auch nicht auffällig. Sie konzentrierte sich auf den jüngeren Mann. Als sie aus dem Schatten heraus auf die Straße trat und sich dem jungen Mann in den Weg stellte, konnte sie sofort seine Reaktion sehen.

„Hallo mein Großer“, raunte sie ihm zu. „So gut angezogene Männer haben wir hier nicht oft. Ich glaube, du bist etwas ganz Besonderes und hast etwas ganz Besonderes verdient.“

"Das ist sehr nett von Ihnen, vielleicht können wir das später vertiefen."

Sie konnte sehen, dass er diesen lahmen Satz nicht meinte, wie er ihn sagte. Seine Augen klebten auf ihren großen und perfekten Brüsten. Sie wackelte ein wenig mit den schönen Halbkugeln, über deren Form und Größe das Oberteil keinen Zweifel ließ.

"Die Party muss man feiern, wenn sie sich anbietet. Und ich bin heute Deine Begleitung. Ich bin der One-Night-Stand, den Du immer wolltest, mein Großer."

Leas Hand lag bereits kurz auf seiner Hose. Sie konnte die Beule deutlich spüren.

"Das reicht jetzt. Komm, Lasse, wir müssen weiter."

Lasse war etwas verstört, schob sie aber auf Druck seines Kollegen, wenn auch sichtbar bedauernd, zur Seite. Lea ließ aber nicht locker. Sie hing an seinem Arm.

"Lasse ist so ein männlicher Name. Er gefällt mir und passt zu dir, mein Großer. Ich werde dir ganz wunderbar Deinen Schwanz blasen, wie du es noch nie erlebt hast. Spürst meine harten Brustwarzen? Ich bin schon ganz aufgeregt. Und es kostet dich nur 50 Mäuse."

"Lasse! Lass die Nutte stehen und komm endlich. Verdammt noch mal."

"Genau Lasse. Komm endlich. In meinem Mund. Stellst du dir nicht auch schon vor, wie das sein wird? Ich weiß, dass du es willst. Ich habe es sofort gesehen. Und dann gespürt."

Lea hauchte in sein Ohr. Er war schon rot im Gesicht. Sein Kollege stieß sie nun weg.

"Jetzt verpiss dich endlich und lass den Jungen los, du verdammte Hure. Wenn ich dich hier noch einmal sehe, werde ich dich verhaften. Ist das klar?!"

Lea sah, dass Lasse die Aktion des Kollegen nicht gefiel. Aber letztlich hatte der wohl das Sagen. Sie gingen weiter. Lea musste den Einsatz erhöhen und rief Lasse noch einmal, so dass er sich umdrehte.

"Hey Lasse, willst du dir das hier entgehen lassen?"

Sie zog ihr Oberteil hoch und präsentierte ihm ihre perfekten Brüste. An seinem Blick konnte sie erkennen, dass sie gewonnen hatte. Dieses Spiel war eine besondere Herausforderung und so etwas liebte Lea schon immer.

"Entschuldigung, Klaus. Ich kann nicht anders. Geh bitte schon mal vor. Ich werde sonst verrückt. Schau dir die Klassefrau an."

"Lasse, das wird Konsequenzen haben. Du kannst mich doch hier nicht im Stich lassen. Wenn du zu dieser Nutte gehst, ist deine Zukunft bei uns vorbei."

"Dann ist es so. Ich muss diese Frau haben. Ich platze sonst."

Klaus sah Lasse an, dann Lea und sie hatte den Eindruck, dass er kurz daran dachte, sie einfach zu erschießen.

"Ich werde alleine reingehen. Auf deine Absicherung kann ich auch verzichten…Und wir unterhalten uns noch."

Der letzte Satz war an Lea gerichtet. Die ignorierte das und konzentrierte sich auf Lasse. Sie zog ihn in den Hauseingang, stand wieder dicht neben ihm und ließ ihn ihre Brüste spüren. Von ihm unbemerkt drückte sie die Klingel.

"So viele Leute müsst Ihr verhaften, sie verhören und ", Lea war wieder an seinem Ohr und hauchte erregt, "ihnen wehtun. So starke Männer wie du, die sich um unsere Sicherheit kümmern, brauchen eine Entspannung. Du hast dich mir verdient, mein Großer. Für 50 Mäuse blase ich dir deinen harten Schwanz. Eigentlich bekommst du mich nicht zu diesem Preis. Aber ich bin sicher, das weißt du. Ich kann deinen großen Schwanz schon fühlen. Wenn du noch 30 drauflegst, darfst du sogar meine Titten anfassen."

Lasse starrte sie nur an. Sie legte eine Kunstpause ein und hauchte dann wieder mit aller Sinnlichkeit.

"Und für 150 Mäuse darfst du mich ficken. Jetzt und hier."

Das waren alles Fantasiepreise. Aber es spielte überhaupt keine Rolle. Wie bei Luca hatte sie den Eindruck, dass der arme Lasse direkt in seine Hosen gespritzt hatte. Seine Reaktionen waren etwas fahrig und er konnte ein Seufzen nicht unterdrücken. Lasse war gefangen in Leas körperlichen Attributen sowie im Klang ihrer Stimme und wusste kaum, wo er zuerst hinschauen sollte. Liebend gern hätte er die 150 bezahlt aber leider hatte er nicht so viel Geld bei sich. Er hoffte auf 50 zu kommen. Zitternd kramte er seine Brieftasche hervor und fand 70. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Zu gern hätte er diese wunderbaren Halbkugeln unter ihrem Oberteil noch einmal gesehen, vielleicht sogar angefasst. Lea lächelte ihn an. Ihr Ziel war es vor allem auf Zeit zu spielen und somit zu verhindern, dass Lasse auch noch in das Haus ging. Seine Gier und seine hungrigen Blicke auf ihrem Körper sowie die Reaktion auf das was sie tat und sagte, trieb aber auch bei Lea die Erregung nach oben. Nicht so sehr, dass sie die Kontrolle verlor aber zumindest in einem Maß, das sie zu spielen bereit war und sich auf das Geschäft einlassen konnte. Und sie musste natürlich weiterhin in der Lage sein, die Straße zu beobachten. Lea nahm das Geld, steckte es weg und lächelte ihn weiter an.

„Ein Mann, der einen so gefährlichen Job hat wie du, der muss auch mal bevorzugt werden.“

Sie zog ihr Oberteil hoch und wackelte wieder mit ihren Brüsten. Lasse würde ihr nicht mehr entkommen.

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Johann nahm Raissas Hände von der Dose. Überrascht schaute sie ihn an. Da hatte Enzo wohl falsch gelegen. Er hatte behauptet, Johann würde eine solche Situation niemals nutzen und sie sollte ihn damit vor allem aggressiv machen. Das, was nun passierte, war also vielleicht nicht geplant, ihr aber ganz recht. Johann gefiel ihr nämlich. Er war nicht so plump wie Enzo und er sah gut aus. Sie spürte nun seine Zunge, die ihre Geilheit schmeckte, ihre Nässe aufnahm. Die Zunge wusste, was sie tat und ließ Raissa aufstöhnen. Aber sie blieb nicht lang. Sie verließ ihre Muschi und wurde sofort durch eine dicke Eichel ersetzt.

Raissa hatte nicht mitbekommen, dass er seinen Schwanz befreit hatte. Schon wieder wurde sie überrascht. Sie musste an ihrer Kontrolle arbeiten. Aber nicht jetzt. Jetzt kam erst einmal dieser schöne große Schwanz. Unaufhaltbar rückte er vor, die Gier in Johanns Augen erregte sie. Dann war er ganz in ihr und begann sofort, sie hart, schnell und trotzdem tief zu nehmen. Sie hatte die Füße hinter seinem Rücken verschränkt und versuchte, ihn noch tiefer in sich zu drücken. Dieser Mann war angenehmer als Enzo. Er konnte ihre Lust befriedigen, das wusste sie jetzt schon. Und er musste einen unglaublichen Druck haben. Sie konnte seine Anspannung spüren. Und auch die übertrug sich auf die junge Frau und ließ sie auf einen Orgasmus zurasen.

Johann hatte die Kontrolle verloren. Wie von Sinnen nagelte er die Frau unter sich auf den Tisch. Seine Hände waren grob an ihren Brüsten, verkrallten sich in ihren Beinen. Er zog ihre Füße zu seiner Schulter hoch, um sie noch enger zu spüren. Er liebte den Anblick ihrer langen Beine in den High Heels und es spornte ihn zusätzlich an. Ihre kleinen Brüste wippten im Takt seiner harten Stöße, das stakkatoartige Stöhnen Raissas lag in der Luft. Johann spürte seinen Saft steigen, war fast ein bisschen enttäuscht, dass der Sex mit dieser Frau gleich ein Ende haben würde. Er brauchte diesen Orgasmus aber auch als Befreiung. Raissa war bereits im Höhepunkt angekommen und bäumte sich regelrecht auf. Ihr Partner ließ deshalb jegliche Zurückhaltung fahren und schoss seinen Saft tief in die junge Frau hinein. Sie genoss die in sie hineinflutende Wärme und es verlängerte ihren Orgasmus noch einmal. Schwer atmend kamen sie zu sich. Raissa zog den ihr eigentlich völlig unbekannten Mann zu sich und küsste ihn. „Danke“, hauchte er in ihr Ohr und ihr zufriedenes und entspanntes Lächeln war ihm Antwort genug.

Die Klingel, die neue Besucher ankündigte, brachte Johann in die Realität zurück. Er zog sich aus Raissa zurück und schloss seine Hose. Sofort hatte er seine Waffe griffbereit und drehte sich um. Allerdings etwas zu spät, denn Enzo war bereits bei ihm und schlug mit einem Baseballschläger die Waffe aus seiner Hand. Dem nächsten Schlag konnte Johann ausweichen und versuchte, Enzo mit einem Schulterstoß aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies gelang ihm allerdings nur teilweise aber mit zwei gezielten Tritten konnte er Enzo zu Boden bringen, der nun etwas benommen war. Schnell kettete er ihn an einem schweren Möbel an und suchte nach seiner Waffe als er sah, dass sich die Wohnungstür öffnete. Zwei Schüsse peitschten durch den Raum und Johann konnte sich gerade so nach seiner Waffe hechtend hinter einem Sofa in Sicherheit bringen. Auch Raissa war in Deckung gegangen und er stellte zufrieden fest, dass sie auf hysterisches Schreien verzichtete. Sie hörten den Mann an der Tür über Enzos Ungeschicklichkeit fluchen und Johann vernahm mit einer Mischung aus Zufriedenheit und Besorgnis den zweiten Fluch über seinen Kollegen, der bei der Nutte hängengeblieben war.

„Einmal mit Profis arbeiten!“ setzte er hinzu. Er stürmte schießend in den Raum, so dass Johann sich aus seiner Deckung wegbewegen musste. Im Sprung schoss er in Richtung des Angreifers und verletzte ihn am Bein, so dass der stürzte und seine Waffe unkontrolliert davonrutschte. Der Sprung führte Johann allerdings in Enzos Nähe. Der war zwar angekettet, konnte Johann aber mit einer Hand greifen und ihn unter sich begraben.

„So, du Arschloch. Jetzt bleibst du mal ganz ruhig.“

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Lasse konnte sein Glück kaum fassen. Auch wenn er dafür bezahlt hatte, vor sich hatte er die attraktivste und geilste Frau, die er jemals gesehen hatte. Die dargebotenen Brüste berührte er zunächst ganz vorsichtig, als ob sie unter seinen Händen sonst zerspringen würden. Dann traute er sich fester zuzupacken. Knetete sie, prüfte ihr Gewicht. Die Brustwarzen waren tatsächlich hart und er zog leicht daran. Lea seufzte für ihn. Seine Bewegungen waren nicht so ungeschickt, wie sie angenommen hatte aber seine Hände waren kalt.

„Das machst du gut, mein Großer. Du weißt, wie man mit Frauen umgeht. Genieße meine Titten, sie gehören gerade nur dir. Du darfst auch deinen Mund benutzen. Komm schon, ich will deine Zunge an meinen Titten spüren.“

Lasse glaubte an einen Glückstag. Sofort war sein Mund an ihren Nippeln, leckte, knabberte und biss tatsächlich sanft hinein. Der Junge wusste wirklich, was sich gehörte. Lea lehnte sich an die Tür und ließ ihn machen. Auf der Straße war alles ruhig. Da hörte sie Schüsse knallen. Sie waren gedämpft aber sie konnte sie als Schüsse identifizieren. Seit dem Überfall würde sie diese Geräusche nicht mehr vergessen. Panik kam in ihr hoch aber sie versuchte, dagegen zu kämpfen. Ihr Freier hatte davon gar nichts mitbekommen. Er war glücklich und nichts auf der Welt hätte ihn nun von Lea abbringen können. Damit sich das nicht änderte, zog sie seinen Kopf näher an sich heran und stöhnte für ihn. Egal was da oben geschah, ihr blieb keine andere Wahl als Lasse zu binden. Sie hoffte, dass Johann zurückkam und sie aus dieser Lage befreite. Wieder hörte sie Schüsse und auch auf der Straße sahen Leute nach oben zu der Wohnung. Lea beschloss sicher zu gehen, dass Lasse bei ihr blieb. Sie befreite sich aus seinem Griff.
„Das war gut, mein Großer. Jetzt sollst du aber richtig belohnt werden.“
Sie ging in die Knie und öffnete seine Hose. Der Schwanz federte Lea entgegen als sie den Slip etwas herunterzog. Zum Glück roch er nicht. Allein ihren Atem auf seinem Gerät zu spüren, entlockte ihm ein eindeutiges Stöhnen. Er zuckte deutlich. Jede Frau, die Geld von einem Mann nahm, um ihm einen zu blasen, wäre wahrscheinlich froh über diesen Status gewesen. Lea befürchtete allerdings, dass er zu schnell kommen könnte und dann seiner eigentlichen Aufgabe wieder nachgehen wollte. Sie ging die Sache deshalb behutsam an, nahm den Schaft in ihre Hand und küsste seine Eichel. Überraschenderweise war er rasiert. Sie zog seine Hose etwas weiter herunter und ließ ihre Zunge über seine Eier wandern. Er zuckte wieder und Lea drückte ihre Fingernägel in die Innenseite seiner Schenkel. Der Schmerz ließ ihn aufstöhnen und die Ablenkung nahm ihm den Druck. Sie spürte, wie er sich beruhigte und ließ die Eichel zum ersten Mal in ihren warmen und feuchten Mund eindringen. Lasses Stöhnen erregte sie jetzt und sie wusste, dass sie nass war.

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Johann befand sich in einer unangenehmen Lage. Enzos schwerer Körper lag auf ihm und der freie Arm hatte ihn in einen gekonnten Griff genommen. Nahkampf war trotz seiner Größe eine von Enzos Stärken. Allerdings wusste Johann auch, dass es eine sehr anstrengende Stellung war, die er nur mit einem Arm nicht lange durchhalten konnte. Darauf vertrauend bearbeitete Johann seinen Gegner mit seinem Ellenbogen. Er konnte spüren und hören, dass er durchaus Wirkungstreffer erreichte. Enzo konnte allerdings eine Menge einstecken. Irgendwo im Raum hörte er den Mann vom staatlichen Sicherheitsdienst stöhnen. Er hatte sich ihm nicht vorgestellt aber eine andere Möglichkeit gab es für Johann nicht. Enzo musste hellhörig geworden sein, als Johann von seiner „besonderen Lebendfracht“ gesprochen hatte. Wahrscheinlich lief sein Deal mit der Sicherheit darauf hinaus, dass er selbst einschätzen sollte, welcher Auftrag für seine Kunden von Interesse wäre. Darum konnte Johann auch bei der Observierung niemanden erkennen. Sie mussten eine hohe Meinung von Enzo haben.

Johann konnte ein Bein befreien und es zusammen mit seinem Ellenbogen gegen Enzo einsetzen, der verzweifelt versuchte, einen besseren Zugriff vor allem auf den Hals des Gegners zu bekommen. Er musste inzwischen aber sehr schmerzhafte Schläge einstecken. Die Kampfgeräusche, das Stöhnen, Treten und Schlagen der Männer, war das einzige was im Raum zu hören war. Als Enzo einen Moment nachließ, erkannte Johann seine Chance und befreite sich aus dem harten Griff. Es gelang ihm, über Enzo zu kommen und den Arm um seinen Hals zu legen. Um einen besseren Hebel zu haben drehte er sich mit aller verbliebenen Kraft mit seinem schweren Gegner herum. Genau in diesem Moment knallte ein Schuss durch den Raum.

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Lasse hatte Leas Kopf gefasst und versuchte, ihren Mund weiter auf seinen Schwanz zu drücken. Sie ließ sich davon aber nicht beirren und schließlich akzeptierte er ihre Führung und ließ sie machen. Sein harter Speer wurde von ihrer Zunge in ihrer nassen Mundhöhle verwöhnt, er wurde wieder entlassen und spürte Zunge und Lippen an seinem Schaft entlanggleiten. In seinem bisherigen Leben hatte Lasse nur eine sehr überschaubare Anzahl von Blowjobs bekommen und diese waren eher kurz und Teil des Vorspiels. Das hier war aber einfach eine andere Welt, das war Kunst. Längst konnte er sich nur noch auf die herrlichen Gefühle konzentrieren, die diese Frau in ihm auslösten. Raum und Zeit waren bedeutungslos. Er hatte die Augen geschlossen und genoss einfach und wenn er doch mal zu ihr heruntersah und sie dabei beobachtete, wie sie seinen Schwanz behandelte, konnte er sogar noch etwas von ihren fantastischen Brüsten sehen.

Lea versuchte, ihm immer wieder in die Augen zu schauen. Die zusätzliche Erregung war deutlich zu spüren. Sie hatte sich so vor ihm platziert, dass sie die Straße beobachten konnte aber trotzdem für den schnellen Blick verdeckt war. Allerdings wunderte sich auch niemand der Vorübergehenden über das eindeutige Stöhnen aus dem Hauseingang. Lea hätte vielleicht mit Ärger durch ihre „Kolleginnen“ gerechnet aber auch der blieb aus. So konnte sie sich tatsächlich auf Lasses Schwanz konzentrieren. Und inzwischen genoss sie ihre Tätigkeit und wusste, worauf er besonders intensiv reagierte.  Seine Murmeln glitten durch ihren Mund, sein Schaft war nass von ihrem Speichel. Lea streichelte immer wieder ihre Brüste und genoss das Gefühl, das durch die Berührung ihrer harten Brustwarzen durch ihren Körper zog.

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Enzo sackte leblos auf Johann zusammen. Getroffen von einer Kugel aus der Pistole des Mannes von der Sicherheit.

„Scheiße!“ schrie er.

Er hatte sich zu seiner Pistole gerobbt. Das war ihm äußerst schwer gefallen, denn die Schusswunde am Bein machte ihm zu schaffen. Er blutete stark und die Schmerzen machten es ihm schwer, sich zu konzentrieren. Er hatte den Zeitpunkt verpasst, Johann sicher zu erledigen. Und traf stattdessen Enzo. Dieser Abend war ein Albtraum. Erst musste er mit diesem jungen Schnösel, einem Anfänger, diesen Auftrag erledigen. Dann blieb der tatsächlich bei ner Nutte hängen. So etwas hatte er noch nie erlebt und konnte das immer noch nicht wirklich glauben. Auch wenn die Nutte außergewöhnlich scharf aussah. Vor allem für diesen Strich. Dann kam er in die Wohnung und sah, dass Enzo alles falsch gemacht hatte, was man falsch machen konnte. Er hatte sich ohne sie, also ohne ihn, in einen Kampf verwickeln lassen. Das war ähnlich unprofessionell wie Lasse mit der Nutte. Er war gefesselt und seine Zielperson hatte eine Waffe. In dem Moment ahnte er schon, dass er keine Informationen bekommen konnte, sondern dass ein Leichensack benötigt werden würde. Dabei war die Aussicht auf einen guten Erfolg nach Enzos Anruf hoch. Jetzt benötigten sie einen Leichensack für Enzo und er selbst war gerade nicht sicher, wie es mit ihm enden würde. Er hätte sich auf diesen Umsturzmist nicht einlassen sollen aber wie so oft ist man hinterher schlauer.

Die Waffe lag etwas unsicher in seiner Hand. Er konnte sie nicht so lange hochhalten, bis dieser Typ ihm ein Ziel bot. Also musste er in einer kurzen Situation zur Stelle sein. Allerdings wusste das sein Gegner scheinbar auch. Er rührte sich einfach nicht. Hatte er ihn vielleicht gerade doch getroffen? Durch Enzo hindurch? Nein, die Distanz war zu groß und Enzo zu massig. Jetzt bewegte sich dieser Typ, der alles durchkreuzt hatte. Die Wiederbelebung seiner Karriere, die Wiederbelebung seines Privatlebens, vielleicht sogar die Rückkehr seiner Frau. Das alles verband er mit diesem Umsturz und genau damit hatten sie ihn vorher gekriegt. Jetzt hing alles am seidenen Faden.

Der Typ hob seinen Kopf, wollte wohl nachsehen, was mit ihm ist. Zeig dein hässliches Gesicht, dachte er. Er hob die Waffe, zielte mit dem Rest seiner Konzentrationsfähigkeit. Jetzt lag sie überraschend ruhig in seiner Hand. Der Kopf war zu sehen, ein Ziel. Ein Schuss krachte wieder durch die Wohnung. Und der Sicherheitsmann sackte zusammen und war tot.

KAPITEL 6


Johann war verwirrt, denn eigentlich hätte er tot sein müssen. Als er seinen Kopf hob, um zu sehen, ob der andere Mann noch lebte, sah er direkt die Mündung der Pistole. Aber nicht dieser Mann hatte geschossen, sondern…Raissa? Er drehte den Kopf und sah die Frau, mit der er vor wenigen Minuten noch heftigen Sex hatte. Sie stand immer noch in Schusshaltung mitten im Raum. Schulterbreit gespreizte Beine, leichte Kniebeugung, gestreckte Arme, entschlossenes Gesicht. Dummerweise nackt, auf High Heels und wenn er genau hinsah, konnte er sogar seinen Saft aus ihr herauslaufen sehen. Ein etwas surrealer Anblick.

„Raissa O’Connor, Agentin des südlichen Staatenbunds. Alles klar mit Dir, Johann?“

Zu ihrer Überraschung fasste er sich recht schnell.

„Alles klar. Nur ein paar Prellungen. Wir müssen hier weg. Hast Du außer deinem kleinen Mantel noch was Richtiges zum Anziehen?“

Zusammen schoben sie Enzo zur Seite und Johann stand auf.

„Gefiel Dir der Mantel nicht? Ich hatte einen anderen Eindruck.“

Raissa lächelte, war aber bereits auf dem Weg sich etwas zu suchen. Scheinbar war sie bereits auf eine Flucht eingestellt, denn sie griff nur eine bereits gepackte Tasche und zog das Nötigste über. Dabei rief sie Johann zu, was er einstecken sollte. Autoschlüssel, Papiere andere Dinge. In einer Minute waren sie fertig und verließen die Wohnung.

„Hast Du ein Auto in der Nähe? Wir müssen etwas Strecke zwischen uns und diesem Desaster hier bringen.“

„Selbstverständlich. Wir müssen nur noch jemanden mitnehmen.“

„Jemanden mitnehmen? Spinnst du?“

„Ich bin weiterhin für die besondere Fracht verantwortlich.“

„Und die ist hier? Ich glaub ’s nicht!“

Sie verließen das Haus und Raissa folgte Johann zum nächsten Hauseingang. Hier bot sich ihr eine überraschende Szene. Und Johann sah das wohl genauso. Schon bevor sie den Eingang erreicht hatten, hörten sie das eindeutige Stöhnen. Sie sahen einen Mann ihnen den Rücken zukehren, vor ihm kniend eine junge Frau in eindeutiger Kleidung. Sie konnten die entblößten Brüste der Frau erkennen und Raissa nickte in ihrer Überraschung anerkennend. Außerdem hatte sie seinen Schwanz im Mund. Das sahen sie nicht direkt aber das schloss sich unverkennbar aus der Szene. Der Mann kam augenscheinlich zu einem sehr intensiven Höhepunkt, denn sein Stöhnen wurde deutlich lauter und sein Körper verkrampfte sichtbar. Johann riss den Mann zur Seite und schickte ihn mit einem gezielten Schlag ins Land der Träume. Sofort half er Lea auf, die zwar etwas wackelig auf den Beinen stand ansonsten aber sehr zufrieden wirkte. Auch sie war erkennbar überrascht, strahlte Johann aber an und fiel ihm um den Hals. Dass sie noch Sperma im Gesicht und auf den nackten Brüsten hatte, war vergessen.

„Du lebst und es geht dir gut. Ich hatte solche Angst als ich die Schüsse hörte.“

„Dir geht es ja scheinbar auch gut.“ Johann musste lachen. „Wir müssen hier weg. Das ist übrigens Raissa. Raissa O’Connor. Wir erzählen uns alles gleich im Auto. OK?“

Lea nickte und zog sich das Oberteil über ihre Brüste.

„Sie sind also die besondere Fracht. Ich bin sicher, wir werden uns verstehen.“

Raissa lachte und Lea verstand nur Bahnhof, als sie sich auf dem Weg zum Auto machten. Johann fuhr auf Raissas Hinweis in Richtung des Lagers von Enzo und seinen Schergen. Auf dem Weg kam ihnen die Polizei und auch Militär in Höchstgeschwindigkeit entgegen. Raissa erzählte nun zunächst ihre Geschichte. Der südliche Staatenbund stellte irgendwann ein erhöhtes Schmuggelaufkommen aus Richtung seines nördlichen Nachbarn fest. Sorgen bereitete ihnen vor allem der Drogenschmuggel und das Schleusen von Menschen. Zudem hatten sie den Verdacht, dass terroristische Gruppen im eigenen Land Waffen über diese Wege erhielten. Sie konnten Enzo als Organisator mit Verbindungen zu staatlichen Stellen ausmachen. Um die Empfänger im eigenen Land unschädlich machen zu können, wurde Raissa bei Enzo eingeschleust. Da seine Vorlieben bekannt waren, wurde sie als „Geschenk“ eines vermeintlichen Kunden zu ihm geführt. Sie spielte sein Püppchen, war ihm widerspruchslos zu Diensten (hier zwinkerte sie Johann zu, was unübersehbare Fragezeichen in Leas Gesicht hervorrief) und sammelte unbemerkt Informationen. Der Erfolg war durchschlagend und sie konnten mehrere Organisationen und Terrorzellen hochgehen lassen. Sie hatten deshalb nicht vor, die Aktion zu beenden. Aber da die Entwicklung dieses Abends so überraschend kam und Enzo tot war, musste Raissa allerdings nicht unglücklich darüber sein, dass dieser Job nun ein Ende gefunden hatte. Nur mussten sie nun zusammen einen Weg hinaus aus diesem Land finden. Mit ihrer Unterstützung sollte das allerdings nicht besonders herausfordernd sein. Johanns Nachfrage, ob sie eingegriffen hätte, wenn Enzo nicht tot gewesen wäre, beantwortete sie mit einem klaren Nein. Er nickte.

Nun berichtete Johann seinen Teil, ließ aber das besondere Kennenlernen mit Raissa aus. Lea war bestürzt über die exzessive Gewalt, ihre Erleichterung, dass Johann das mehr oder weniger unbeschadet überstanden hatte, überwog aber. Kurz berichtete Johann, wer er und Lea waren und was sie in diese Lage gebracht hatte. Als Lea ihren Teil zum Gesamtbild beisteuerte, musste Raissa mehrfach herzlich lachen. Johann hätte fast einen Zusammenstoß fabriziert, als sie von der Anbahnung berichtete und dass sie auch noch 70 Scheine verdient hatte. Sie ging zwar nicht in die Details des Geschäfts, da die beiden anderen das Finale miterlebt hatten, war das aber auch unnötig.

Das Lagerhaus war überraschend groß. Raissa erklärte ihnen, dass Enzo aufgrund seiner guten Verbindungen zu Polizei, Militär und Verwaltung darauf verzichtete, sein Schmuggelgut auf verschiedene Orte zu verteilen. Er war an diesem Punkt recht arrogant und allein logistische Gründe hätten ihn dazu veranlasst, etwas zu ändern. Aber die lagen nicht vor, so dass sie hier Drogen, Waffen, Alkohol und andere Dinge vorfanden. Sie trugen vor allem Waffen und Sprengstoff zu einem Lieferwagen und brachten diverse Sprengladungen in der Halle an. Raissa fuhr den Lieferwagen. Nachdem sie bereits einige Zeit unterwegs waren, zündete sie. Der Blitz der Explosion war durch die Dunkelheit gut zu sehen. Der Knall erreichte sie kurze Zeit später. Gemessen an dem Schauspiel konnte von der Halle nicht mehr viel übrig sein. Sie blickten sich allerdings nicht mehr um und fuhren weiter durch die Nacht zur Wohnung.